Die meisten von uns sind blind und trampeln durch die Felder und Tage wie Elefanten. Dabei ist es ein Segen, ein Auge für Details zu haben. Besonders, wenn man nur Sekunden hat, sie in sich aufzunehmen. Darin liegt die Magie guter Fotografie – aber nicht nur. Eine ganz besondere, grafische Ästhetik, wie die Kunst, die Titel am Beginn und am Ende von Filmen zu gestalten, geht an den meisten Menschen einfach vorbei. Was für eine Verschwendung!
Auf der „Movie Title Stills Collection“ sind hunderte dieser kleinen Kunstwerke im Moment festgehalten. Webdesigner Christian Annyas sammelte diese Screenshots, bis ihm eines Tages bei einem Computercrash fast alles wieder verloren ging. Nun hat er sie auf eine eigens diesem Thema gewidmete Seite online gestellt, zur eigenen Sicherheit und als Archiv für die interessierte Nachwelt.
Beginnend mit 1903 reicht seine Sammlung bis in die Gegenwart. Alle großen Studios sind vertreten, und Klassiker wie die Hitchcock Filme oder „Dr. Strangelove“ sind in ihrer einmaligen und zeitlosen Schönheit abrufbar. Jedes Bild zeigt die Grafik auf der Höhe ihrer Zeit, manchmal minimalistisch, manchmal zukunftsweisend futuristisch, aber immer makellos – und somit ist der erneute Beweis erbracht, dass Hollywood auch in diesem Bereich die besten Kreativen beschäftigte, die man finden konnte.
Wer Lust hat, kann sich übrigens an der Wahl der jeweils besten Titel eines Jahrzehnt beteiligen – was bei dieser Auswahl allerdings eine hoffnungslose Aufgabe darstellt.