Man schaut, man stutzt, und guckt noch einmal genauer hin. Manch einer wird sich dann vielleicht fragen, ob er nicht etwa eingeschlafen sein könnte und träumt. Denn die Fotos von Riccardo Bagnoli wirken wie eine surrealistische Bilderflut und muten dabei genauso fremd wie vertraut an.
Der Künstler versteht es, seine Objekte so in Szene zu setzen, dass die Umgebung durchaus real erscheint. Und die Tatsache, dass es sich um Fotos, also um eine relativ realitätsnahe Angelegenheit handelt, verstärkt den Eindruck einer sehr bekannt anmutenden Fremdheit.
Bagnoli begann seine Karriere als Werbefotograf in der Modewelt und gehört heute zu den höchstbezahltesten Fotografen Europas.
Auf seinen Fotos findet man zum Beispiel vor einem sehr realistischen Hintergrund, der an eine afrikanische Savannenlandschaft erinnert, eine skurrile Jagdszene: Eine junge Frau im Bildmittelpunkt zeigt auf einer Art Thron ihr Gewehr, während zwei Schwarze einen erlegten Teddybären an zwei Hörnern drapiert präsentieren. Dazu gesellen sich noch ein paar an Comicfiguren erinnernde Tierskelette. Und so grotesk das Foto scheint- durch die symmetrische Bildanordnung wirkt es zugleich frappierend echt.
Und wie eine Szene aus einem Gruselfilm erscheint der männliche Körper, aus dem sich in Bauchnabelhöhe ein Ferkel herauswölbt. Hier stellt man sich doch mal wieder die Frage, ob Männer nicht doch Schweine sind.
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1 Kommentar
Sehr schrill, teils sehr poppig, teils ein bissl oberflächlich (was an sich ja nix macht), aber auch ein Stück prätentiös, finde ich. Aber letzteres kann man ja auch den Ur-Surrealisten vorwerfen; Dali (und im Film: Lynch) hat sich ja auch irgendwann in hohler, immergleicher Metaphorik verloren und hängt als Repro heute - vielleicht zurecht - ja gerne in den Wartezimmern wenig kunstsinniger Zahnärzte.
Nicht eins zu eins vergleichbar, aber zumindest ähnlich und meines Erachtens mit mehr Tiefgang erscheinen mir die Arbeiten von Gregory Crewdson (http://www.luhringaugustine.com/index.php?mode=artists&object_id=66), der ja in seiner Konzentration auf die geheimnisvoll aufgeladene Tristesse amerikanischer Vorstädte wiederum dem frühen Lynch verwandt ist.