Der Riese Gulliver oder Alice im Wunderland faszinierten nicht wenige Leser dadurch, dass Gegenstände oder Menschen hier ihre Größe verändern konnten- von miniklein bis riesenhaft war da alles drin. Es scheint sich hier um einen uralten Menschheitstraum zu handeln – den Traum vom Kleiner oder Größerwerden, der sich in Mythen und Sagen aller Völker wiederfindet.
Verblüffende Schrumpf-oder Wachseffekte lassen sich heutzutage natürlich leicht via Photoshop herstellen. Aber es ist auch möglich, solche Bilder ohne nachträgliche Bildbearbeitung nur mittels einer Kamera zu schießen – wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Mittels einer bestimmten Perspektive oder einer Landschaft sind hier verblüffende Aufnahmen möglich.
Ein Eldorado für Fotofreaks ist zum Beispiel Salar de Uuni in Bolivien, die größte Salzebene der Erde. Hier lässt die bizarre Landschaft Großes winzig klein werden- und umgekehrt. Eine simple Banane wird so zum Mega-Objekt und zwei dahinter stehende Personen scheinen dann auf diesem Teil zu tanzen wie auf einem umgekehrten Surfbrett.
Doch auch in Paris funktioniert so etwas hervorragend: Stellt man ein Kind in einer ganz bestimmten Entfernung vor den Eiffelturm, wirkt dieser spielzeugklein, so, als ob er von dem Kind jeden Moment wie ein Spielzeug hochgenommen und abtransportiert werden könnte.
Lässt man eine Frau vor einem rauchenden Geysir so Stellung beziehen, dass ihr Kopf den Krater verdeckt, scheint die weiße Wolke direkt aus ihrem Mund zu kommen- Bilder, die manchen surrealistischen Maler blass vor Neid werden lassen.