Sieht man sich die Leica X1 das erste Mal an, fällt einem als erstes das Äußere der Kamera auf, welches sich unverkennbar am traditionellen M-Design orientiert, das in den 30er Jahren schwer angesagt war. Das zweite, das einem vermutlich ins Auge stechen wird, ist der stolze Preis: 1500 Euro soll die zwar stylische, aber etwas einfach anmutende Kamera kosten. Und was bekommt man dafür?
Nüchtern betrachtet eine, an vergleichbaren Kameras der Konkurrenz gemessen, spartanische Ausstattung: Die Leica X1 verfügt über ein fest eingebautes Weitwinkelobjektiv, eine Blenden- bzw. Zeitautomatik, viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten und eine respektable Auflösung von 12 Megapixeln. Somit muss man gänzlich auf Wechselobjektive oder einen Zoom verzichten. Ist so eine bescheidene Palette von Ausstattungsmerkmalen diesen Preis wert?
Sagen wir mal so: Freunde gehobener Funktionalität werden dieses anmutige Stückchen Technik sofort ins Herz schließen. Denn eines kann die Leica X1, nämlich Fotografieren. Ob Gesellschafts-, Landschafts- oder Architekturfotografie, die Ergebnisse sind fast immer eine Wucht. Nur bei spontanen Schnappschüssen schwächelt der Autofokus ein wenig und reagiert mitunter ein wenig träge, bei allen anderen Aufgaben liefert er aber konsequent sehr gute Ergebnisse.
Der größte Pluspunkt dürfte aber wohl die Verarbeitungsqualität sein, welche dem Bereich Spitzenklasse zugeordnet werden muss. Hatte man das schmucke Ganzmetallgehäuse erst einmal in der Hand, will man den stilsicher gestalteten Knipser nicht mehr aus der Hand legen. Die über 100 Jahre Erfahrung, die das deutsche Traditionshaus Leica im Design von Kameras inzwischen hat, kommen hier voll zur Geltung – und zwar durch die Besinnung auf das Wesentliche.
Trotz einiger kleinerer Mängel muss man attestieren, dass die Leica X1 sowohl Einsteigern als auch gewieften Fotokünstlern mit Sicherheit für viele Jahre eine Menge Spaß und exzellente Aufnahmen bescheren wird.