Auch wenn die kleine Apparatur eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Helden aus Pixars Animationsabenteuer “Wall-E” aufweist, so handelt es hierbei mitnichten um einen Entrümpelungsroboter, sondern um eine 3D Webcam. Die auf der Stereoskopie basierende Konstruktion haben wir dem Briten David Holder zu verdanken. Im Zusammenspiel mit der Spezialbrille kann man sich nun also plastischer denn je der Welt präsentieren. Möglich wird der dreidimensionale Eindruck durch die beiden verbauten Objektive, die zusammen besagtes stereoskopisches Bild produzieren.
3D-Steoroskopie ist ganz offensichtlich ein immer relevanteres Thema. Schon auf der CES 2009 präsentierte uns Sony ja eine aufgemotzte 3D Version ihres futuristischen Rennspiel Hits “Wipeout”. Nvidia & Co liefern inzwischen 3D fähige Grafikkarten aus. Auf der weltweit größten Spielemesse E3 präsentierte uns Nintendo das “3DS”, eine 3D fähige Version ihres Handheld Gerätes, bei welchem sich der räumliche Eindruck sogar ohne den Einsatz einer Spezialbrille entfaltet. Am meisten dürfte aber vermutlich die Filmindustrie von der jungen Technik profitieren. Jedenfalls ist das großen Kinosterben offenbar zunächst dadurch abgewendet worden, dass die aktuellen Blockbuster Zuschauern in der 3D Version ein bisher ungekanntes Film-Erlebnis offerieren. Mal sehen ob sich das wieder zum Schlechten ändert, wenn auch die Heimkinos die 3D Tricks erlernt haben. Panasonic wirbt schon seit längerem mit einem solchen Heimkinosystem bestehend aus 3D Blue-ray Player, Plasma Bildschirm und der Shutter Spezialbrille.
Mit der Minoru sollten zumindest Videokonferenzen zukünftig spektakulärer wirken, auch wenn es vielleicht etwas befremdlich anmuten könnte, wenn alle Beteiligten mit der spacigen Brille bekleidet sind. Immerhin spendiert man dem Gerät gleich fünf der für das 3D Erlebnis unerlässlichen Nasenaufsätze und kann somit auch seine Familie am räumlichen Spaß teilhaben lassen. Kompatibel ist das Gerät laut Aussagen des Herstellers mit allen gängigen Messenger Diensten wie dem Windows Live Messenger oder dem Kommunikationsdienst Skype.
Ich befürchte allerdings, dass der Anwenderkreis sehr bald zwielichtigen Zuwachs bekommen wird. Nach jüngsten Berichten der gängigen Magazine fallen Internet-Videochat-Portale, wie das noch sehr jungen Chatroulette, zunehmend durch Teilnehmer auf, die sich der davon nicht besonders begeisterten Welt in fragwürdigen Posen und nur bruchstückhaft bekleidet präsentieren. Die Chatteilnehmer werden bei diesen Portalen nach dem Zufallsprinzip miteinander verbunden. Da wird sich der eine oder andere wohl eher wünschen, er hätte die Brille nicht aufgehabt, als er unverhofft mit dem immer zu einem Späßchen aufgelegten Dimitri aus Georgien oder dem das Freikörper Yoga sehr zu schätzen wissenden Erwin aus Wanne-Eickel verbunden wurde. Wer weiß, vielleicht wird der Jugendschutzfilter für die 3D Webcam ja demnächst nachgeliefert.