Nachdem Katar seine Bewerbungsunterlagen für die WM in zwölf Jahren eingereicht hat, machen jetzt erste Studien der Stadien für die WM 2022 die Runde. Was man da so sieht, erinnert zu großen Teilen an einen ziemlich abgedrehten Science Fiction Film über die Sportevents der Zukunft und könnte gut in einer möglichen Verfilmung des Bitmap Brothers Videospiele Hits “Speedball” Verwendung finden. Denn im Gegensatz zu Südafrika muss man im Emirat im Nordosten der Arabischen Halbinsel nicht unbedingt jeden Cent zwei Mal umdrehen, sondern kann es richtig krachen lassen.
Beauftragt mit der Fertigung der Studien wurde das deutsche Architekturbüro AS&P Albert Speer & Partner. Wenn Katar mit seiner Bewerbung erfolgreich ist, entstehen am Persischen Golf drei komplett neue Stadien, zwei bereits existierende würden aufwändig erweitert. Sympathien möchte man sich offensichtlich damit verschaffen, dass der Betrieb der dringend nötigen Kühlung der Arenen ausschließlich über Solarenergie erfolgen soll. Damit positioniert man sich nicht nur Carbon-neutral, sondern mutet den Spielern erfreulicherweise auch keine Temperaturen jenseits der 27 Grad Marke zu.
Schon mal darüber nachgedacht, wie die luxuriösen Stadien Südafrikas nach der WM wohl genutzt werden? Schließlich handelt es hier nicht um ein Land, in dem ständig irgendwelche Fußballspiele, Rockkonzerte oder Stock Car Rennen vor Tausenden von Besuchern ausgetragen werden. Genau das haben sich wohl auch die bedächtig vorgehenden Deutschen gedacht und werden die Stadien so konstruieren, dass man die oberen Ränge nach dem Ende des Turnier abbauen kann. Auch die Fans sollen zuvorkommend bedacht werden und man möchte alles so anlegen, dass man vom Hauptquartier der FIFA bei dieser WM zu keinem Stadion länger als eine Stunde Reisezeit brauchen wird. Ein neues, hochmodernes Metro System mit einer Länge von über 320 Kilometern soll außerdem ein Jahr vor Beginn der WM fertig gestellt sein. Auf diese Weise würde man es den Hardcore Fans ermöglichen, mehr als einem Spiel täglich beizuwohnen.
Wie gesagt sind die Stadien selber ein echter Hingucker. Im Nordosten Katars soll ein Stadion entstehen, dass aus der Luft betrachtet einer riesigen Muschel ähnelt. Die bis zu 45.330 Zuschauer sollen von ihrem Platz aus den Golf sehen können. Den Spielern soll ein justierbarer Sonnenschutz steten Schatten garantieren. Das brandneue Al-Shamal Stadion wird man von seiner Form her dem landestypischen “Dhau” Fischerboot nachempfinden. Und das bereits existierende Al-Rayyan wird man so ausbauen, dass statt aktuell 21.282 im Jahr 2022 mit 44.740 mehr als doppelt so viele Zuschauer Platz finden werden. Darüber hinaus wird die Außenwand des Stadions mit einer speziellen Membran bezogen, die es ermöglichen wird, hier nicht nur Zuschauerinformationen einzublenden, sondern auch das Spiel nach draußen zu übertragen. Der größte Komplex wird um das brandneue, wie ein Saphir im Gegenlicht funkelnde Al-Wakrah gebaut. Auf einer Fläche von über 45.000 Quadratkilometern entstehen hier auch eine Einkaufsmall, diverse Sportzentren und ein gigantisches Freizeitbad.
Sollte Katar den Zuschlag am 2. Dezember diesen Jahres tatsächlich erhalten, dann dürfen wir äußerst spektakuläre Stadien für die WM 2022 erwarten.