Endlich ist er da, der USB Staubsauger, und vervollständigt damit unsere Sammlung von Mini-Haushaltsgeräten. Schließlich wussten wir bisher doch gar nicht, was wir mit den ganzen Krümeln und Staubkörnern, die sich in der Tastatur verschanzt haben, machen sollten. Jetzt stecken wir einfach den Stecker in einen freien USB Port und schon fängt der kleine Helfer an, seine Arbeit zu verrichten. Durch die zwei mitgelieferten Aufsätze sind wir auch für alle sonstigen Saugeinsätze, vom Mousepad bis zum Ventilator, bestens gerüstet. Ein Turbo Button liefert noch etwas mehr Saugkraft, falls uns bei einer der Feten unseres vergnügungssüchtigen Nachbarn mal wieder der Putz auf den Tisch rieselt und es schmutztechnisch kritisch wird. Zu guter Letzt sorgt das eingebaute LED Lämpchen dafür, dass wir auch im Dunkeln saugen können, wenn uns danach ist.
In den letzten Jahren wurden wir Zeuge davon, wie immer mehr Geräte USB tauglich wurden. Das ist nicht nur auf die deutlich verbesserten Übertragungsgeschwindigkeiten zurück zu führen, sondern auch auf die 5 Volt Versorgungsspannung. Als die USB Spezifikationen entwickelt wurden, entschied man sich dafür, sowohl Daten- als auch Energieübertragung über ein einzelnes Kabel laufen zu lassen und somit die Notwendigkeit eines externen Stromadapters zu umgehen. Damit kam natürlich auch all jenen entgegen, die viel und oft unterwegs sind und die es gerne so leicht wie möglich hätten, ihre Peripherie zu betreiben. Einige der doch eher seltsamen USB Geräte, die man in letzter Zeit zu Gesicht bekam, waren Kaffee Wärmer, Heizdecken, Nudelschöpfer und, man glaubt es kaum, einen Rasierapparat. Menschen, die vor dem Computer Nudeln kochen oder ihre Morgentoilette verrichten, sind mir einfach noch nicht begegnet.
Die nächsten logischen Schritte wären da jetzt wohl der USB Föhn, die USB elektrische Zahnbürste oder der USB Reiskocher. Warum sollte man sich von den Haushaltsgeräteherstellern auch diktieren lassen, wo man Kuchenteig rühren oder sich die Nasenhaare trimmen darf? Außerdem käme man all jenen entgegen, die sich sowieso gar nicht mehr vom Rechner wegtrauen, weil sie befürchten, den nächsten Raid ihrer Party bei „World of Warcraft“ zu verpassen. Der Computer als Schaltzentrale des Lebens, Online-Sein als dominierendes Lebensgefühl und dazu die passenden USB Gadgets für die Dinge des täglichen Lebens.
Wollen wir hoffen, dass die Hersteller die wachsende Zahl der Kunden durch ihre Produkte nicht erst zu USB Junkies erziehen. Ich denke aber, dass es immer Geräte geben wird, die man durch ihre USB Äquivalente nicht vollständig wird ersetzen können. Sollte nächste Woche die USB Kettensäge auf den Markt kommen, muss ich das natürlich zurück nehmen. Schon der USB Staubsauger macht auf mich jedenfalls den Eindruck, als könne er ein gutes Stückchen mehr Power gebrauchen.