Kreative WM Werbung haben wir schon des Öfteren erleben dürfen. Wie es scheint, beflügelt das muntere Gedribble den Esprit der Werbetreibenden. Wer kann sich nicht noch daran erinnern, wie eine 1994er All-Stars Mannschaft, bestehend unter anderem aus Englands Vorzeigestürmer Ian Wright, Italiens Abwehrstratege Paolo Maldini und dem französischen Kung-Fu Raubein Eric Cantona, gegen eine Mannschaft bestehend aus den Schergen der Hölle antreten musste. Im Auftrag des Turnschuhherstellers Nike konterte man die diabolischen Hobbykicker schließlich aus und ballerte am Ende Luzifer höchstpersönlich zurück in die Hölle.
Derselbe (Turnschuhhersteller, nicht der Teufel) ist dieses Jahr für eine weitere Kampagne unter dem Motto “The moment lasts a second. The legend lasts forever” verantwortlich, welche uns prominente Spieler wie Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney in brenzligen Spielsituationen präsentiert, allerdings bereits in Form einer Statue und so ein bisschen an den T1000 aus “Terminator 2″ erinnernd. Eine etwas andere Aktion startete man in Mexiko, wo man zwei Autos den eigenen Fußballschuh Look verpasste, während ein drittes Gefährt, auf welchem ein überdimensionaler Ball angebracht wurde, vor den beiden her fuhr. Einen ähnlich großen Ball ließ man in der Vorbereitung für die WM 2006 dem Anschein nach in ein Haus krachen. Die Konstruktion erweckte den Eindruck, als habe ein etwas grobmotorischer Riese einen offensichtlich sehr harten Ball gegen eine Häuserwand getreten, in welcher dieser nun feststeckt.
Der ärgste Konkurrent adidas kann über Bälle in der Größenordnung eines Autos nur lachen. Die gigantischen Versionen der von ihm gefertigten Fußbälle, haben die Größe eines Einfamilienhauses. Daher musste man für deren Zurschaustellung auch in ein besonders großes Land ausweichen und lässt den aktuellen und wegen seiner Flugeigenschaften nicht unumstrittenen WM Ball in der Giganto-Ausführung durch China rollen.
Es müssen allerdings nicht immer zwingend Bälle im Mittelpunkt einer WM Werbekampagne stehen. Die Brauerei Phoenix wirbt mit einem goldgelben Glas ihres Bieres, welches in seinem randvollen Zustand frappierende Ähnlichkeiten mit dem WM Pokal aufweist. Ein T-Shirt Hersteller ließ sich indes ein etwas ausgefalleneres Kleidungsstück für die Fans der holländischen Nationalmannschaft einfallen: Auf der Innenseite ist kopfüber das Konterfei einzelner Nationalspieler abgebildet. Zieht man sich das T-Shirt über den Kopf, hat man sich in Windeseile den Look des Lieblingsspielers verpasst. Eine neuseeländische Zeitung dagegen eröffnete die Gelegenheit zur kreativen Altpapierverwertung und bot auf einer ihrer Seiten den Papier-Fußball zum selber basteln an.
Wollen wir hoffen dass es so bleibt und auch der Fußball der Zukunft inspirierend genug bleibt, um uns ausgefallene und vor allem ansprechende WM Werbung zu bescheren.