Als ich “Shrek – Der tollkühne Held” im Winter 2001 das erste Mal auf DVD sah, hätte ich nicht unbedingt gedacht, dass ich ganze zehn Jahre später mal eine Shrek 4 Vorschau schreiben würde. Na gut, es ist natürlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass auf einen erfolgreichen Film immer eine Fortsetzung folgen muss, auch wenn die eigentlich unsinnig wäre. Gutes Beispiel ist da wohl der wirklich gute Film „Highlander“: Ein Unsterblicher wandert über Jahrhunderte über die Erde und sucht nach anderen seiner Art. Leider hat irgendjemand mal das Motto “Es kann nur einen geben” postuliert, so dass bei jedem Aufeinandertreffen der ansonsten unverwüstlichen Kerle leider einer der beiden den Löffel abgibt.
Nach rein mathematischen Erwägungen müsste das irgendwann dazu führen, dass es wirklich nur noch einen gibt. Und wahrhaftig, so ist es am Ende des Films auch – und man fragt sich unwillkürlich, mit welcher hanebüchenen Handlung die vier (!) Fortsetzungen gerechtfertigt wurden. Bezeichnenderweise gibt es alleine von “Highlander 2 – die Rückkehr” zwei verschiedene Versionen. In der einen stammt unser Held MacLeods aus “der fernen Vergangenheit”, in der anderen ist er eine Alien vom Planeten Zeist. Ein gutes Beispiel dafür, wie man mit haarsträubenden Fortsetzungen einem gelungenen Film rückwirkend den Ruf versaut.
Aber zurück zu Shrek. Bei unserem mürrischen Oger ist die Lage natürlich etwas anders, Raum für Fortsetzungen ist reichlich vorhanden und wurde von den Verantwortlichen bei Dreamworks auch vorbildlich genutzt. Allerdings schien man dort selber kein rechtes Zutrauen mehr zu dem finalen Teil der Reihe zu haben. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass ein Verantwortlicher das Einspielergebnis des Eröffnungswochenendes in einem Interview mit dem Entertainment Magazin “TheWrap” im April diesen Jahres auf ca. 85 Millionen Dollar schätzte. Zur Erklärung: Das Einspielergebnis des Eröffnungswochenendes ist der maßgebliche Indikator dafür, ob ein Film ein Hit oder ein Flop wird. Der Vorgänger “Shrek der Dritte” hatte am Eröffnungswochenende im Mai 2007 noch über 121 Millionen Dollar in die Kassen gespült. Da drängt sich natürlich die Frage auf, woher die pessimistische Einschätzung her rührte, immerhin ist “Für immer Shrek” der erste Teil der Reihe, der in 3D ausgestrahlt wird. “Ich denke diese Einschätzung beruht darauf, dass der dritte Teil wirklich schlecht war”, wird der Dreamworks Mitarbeiter zitiert. Sicherlich, die Kritiken für den dritten Shrek überschlugen sich nicht mit Lobeshymnen, aber dem Einspielergebnis tat das, wie eben aufgezeigt, nicht wirklich einen Abbruch. Weltweit nahm man fast 800 Millionen Dollar ein.
Auch die Wall Street schloss sich dem düsteren Ausblick übrigens an. Die Dreamworks Aktie fiel, weil man davon ausging, dass letzte Teil der Shrek Reihe statt 900 Millionen “nur” 756 Millionen Dollar einspielen wird. So etwas nenne ich Jammern auf ganz hohem Niveau. Inzwischen wissen wir, dass der Film in den USA am Eröffnungswochenende rund 70 Millionen Dollar ein spielte, also sogar noch ein bisschen weniger als angenommen. Meine Vorfreude auf den Start in Deutschland am 30. Juni dämpft das allerdings nicht. Der Shrek 4 Vorschau Trailer lässt keinen Zweifel daran, dass man für den finalen Teil noch einmal aus allen Rohren schießen wird.