“The Empire strikes back” könnte man auch titeln, wenn man sich das Nintendo 3DS einmal genauer ansieht. Schließlich stand der japanische Spiele- und Konsolenhersteller in den letzten Jahren eher wegen der an ihm geübten Kritik, als wegen ausgetüftelter Technik im Rampenlicht. Nintendo war in der Welt der elektronischen Unterhaltung schließlich mal das Maß der Dinge. Über zehn Jahre lang dominierte der japanische Gigant den Konsolenmarkt nach dem vorläufigen Zusammenbruch der Branche im Jahr 1983.
Mit über 60 Millionen verkauften Exemplaren war das NES (Nintendo Entertainment System) für eine lange Zeit das meistverkaufte Videospielsystem überhaupt. In Japan herrschte Ausnahmezustand, der Vorzeigeklempner Mario eroberte hüpfend und Sterne sammeln die Welt und bis heute beliebte Spielfiguren wurden in faszinierenden Spielen wie “The Legend of Zelda” oder “Castlevania” eingeführt. Auch mit dem Nachfolgesystem Super Nintendo hielt der Boom Anfang der 90er Jahre an und festigte den Ruf Nintendos als digitalen Unterhaltungs-Magier. Besonders die neuen Versionen der beliebten Mario Spiele bescherten den Unternehmen traumhafte Verkaufszahlen, sowohl für Hardware als auch für Software. Erst mit dem Erscheinen der Playstation bekam Nintendo Mitte der 90er Jahre einen ernsthaften Konkurrenten, Microsoft stieß mit seiner Xbox Ende 2001 dazu.
Mittlerweile muss man klar festhalten, dass die Konkurrenz Big N davon galoppiert ist. Sowohl die modernste stationäre Konsole, die Wii, als auch das mobile DS Gerät verwöhnen Spieler nicht gerade mit technischen Glanzleistungen. Die einzige wirkliche Innovation ist die Steuerung der Wii, deren Controller mit Bewegungssensoren ausgestattet wurden und somit nach physischer Betätigung des Spielers vor der Mattscheibe verlangen. Sieht man davon aber einmal ab, wirkt insbesondere die optische Präsentation der aktuellen Spiele gegen die gestochen scharfen HD-Bilder der Konkurrenz matschig und ziemlich altbacken.
So etwas konnte der Videospielpionier natürlich nicht auf sich sitzen lassen, man hat schließlich einen Ruf zu verteidigen. Bereits im März diesen Jahres kündigte man daher eine DS Konsole mit auf gebohrter 3D Optik an. Klar dass man das zunächst für einen puren Akt der Verzweiflung halten musste. Auf der diesjährigen E3, der größten Spielemesse der Welt, hat man das Gerät nun allerdings tatsächlich einem verblüfften Publikum präsentiert. Denn wie sich heraus stellte – es funktioniert wirklich. Und das alles ohne Spezialbrille. Die gigantischen Warteschlangen vor dem Nintendo Stand zeugen davon, dass die Zuschauerschaft instinktiv ahnte, dass hier etwas Großes im Kommen ist. Genutzt wird die sogenannte Stereoskopie Technik, die den 3D Effekt durch zwei leicht versetzte Bilder erzeugt, den das menschliche Gehirn als räumlichen Eindruck registriert. “Als seien hinter dem Display ein paar zusätzliche Zentimeter verbaut, in denen das Spielgeschehen statt findet”, berichten Besucher der Messe begeistert.
Warten muss man auf das schmucke Stück Technik allerdings schon noch ein Weilchen. Bisher wurden von Nintendo weder ein Veröffentlichungsdatum, noch ein Verkaufspreis genannt. Spekuliert wird über ein Erscheinungsdatum im Frühjahr 2011. Vielleicht führt das Nintendo 3DS die Japaner dann zurück zu glorreichen Zeiten.