Zarte Puppen für Vitrinen zu bauen, die ein Sammlerherz höher schlagen lassen, ist nicht die Intention von Olivier Pauwels. Der Künstler benutzt die Puppen lediglich als Ausgangsbasis für seine Kreationen. Und diese erhalten allesamt Attribute, die den Betrachter gleichzeitig faszinieren und schockieren. Das Kindchenschema der Puppe steht in herbem Kontrast zum Rollstuhl, in dem diese ohne Schädeldecke sitzt und mit dem sie verdrahtet wurde. Einiges an dem Objekt lässt sich bewegen, wie zum Beispiel die Arme oder Beine. Es scheint so, als könnten diese Puppen sich allesamt eines nicht allzu fernen Tages in Marsch setzen- eine bizarre Armee, die nicht so aussieht, als sei sie uns allzu wohlgesonnen.
Wer als Kind jemals seiner Puppe den Kopf abriss oder die Arme herausdrehte, kennt den Schrecken, den diese Spielzeugwesen verbreiten können, wenn sie plötzlich anders aussehen als sonst. Und genau mit diesen Gefühlen und Erfahrungen unserer Kindertage spielt Pauwels. Seine Cyberpuppen vereinen zudem elektronische oder mechanische Bauteile mit dem Schrott von gestern und schaffen so Skulpturen, welche die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft verbinden.