Auf der Straße kniet ein Bettler in origineller Verkleidung. Er trägt einen goldenen Eselkopf und an den Händen sowie Füßen goldene Turnschuhe. Vor ihm befindet sich ein glänzender Blechnapf. Da wirft man als zufällig vorbeigehender Passant doch gerne mal eine Münze ein – schließlich ist die Verkleidung ja recht originell.
Erstaunlich wirkt dagegen ein Mann, der von Kopf bis Fuß mittels Zeitungen bandagiert ist und offensichtlich dennoch lesen kann: Er sitzt an eine Säule gelehnt und studiert eine Zeitung.
Erstaunte Blicke werden sicher auch die blonde, junge Frau treffen, die in einem Doppelbett zwischen parkenden Autos ein Nickerchen macht. Doch da wird kein Film gedreht und es handelt sich auch nicht um eine Dame ohne feste Bleibe. Die Schläferin in der roten Jacke ist eine Straßenkunst-Illustration von Mark Jenkins. Der junge Künstler wurde in Amerika vor allem durch die Verwendung von Paketklebeband bei seinen Straßenkunst-Objekten bekannt. Mittlerweile ist er in ganz Europa für seine Installationen berühmt, die in vielen Galerien zu sehen sind. Es handelt sich um Kunst im öffentlichen Raum, die unsere Wahrnehmung auf die Probe stellt und sich zudem sehr kritisch mit dem Alltag auseinandersetzt.
Denn Jenkins Werke faszinieren vor allem durch die Verknüpfung von Dingen, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen, wie zum Beispiel die Frau, die wie eine Konstruktion aus Rahmen und Lenker zwischen zwei Fahrradreifen hängt, oder ein junges Mädchen, das oben auf einer abgewrackten Reklametafel liegt, absolut echt aussieht und so, als ob sie jeden Moment hinunterfallen könnte.