Tatort: Fabrikhalle.
Hauptakteur: Mann in Arbeitskleidung mit Sicherheitshelm
Tatwaffe: Eine eigens zu diesem Zwecke konstruierte Pistole nebst einer Vielzahl von Nägeln
Weitere Mitwirkende : Männer in Arbeitskleidung
Leonardo da Vinci hätte sich die Haare gerauft oder wäre in Begeisterungsstürme ausgebrochen. Vielleicht wäre er aber auch blass vor Neid geworden. Denn sicher hat er tagelang für das gebraucht, was hier binnen weniger Minuten geschieht.
Es wird nämlich ein Kunstwerk aus Nägeln geschossen- und zwar die Mona Lisa. Die hat ja schon unzählige Doppelgängerinnen – sie inspirierte ja zum Beispiel Andy Warhol, und es gibt in der Reihe der Mona-Lisa- Fakes sogar eine Punk Lisa und eine mit Kuhkopf.
Nun jedoch ist diese Reihe um die Nagel-Lisa erweitert worden. Sie wird vom Künstler mittels einer eigens dafür konstruierten Pistole mittels Nägeln in eine große Platte geschossen. Das geht Klack auf Klack wie mit einem Maschinengwehr und binnen kurzer Zeit ist zu erkennen, um was es sich handelt. Denn die Mona Lisa, zuerst nur als Umriss sichtbar, nimmt immer mehr die Form des Originals an. Die Nagel-Lisa zeigt sogar das geheimnisvolle Mona-Lisa-Lächeln mit geschlossenem Mund, welches seinerzeit Napoleon begeisterte. Das Lächeln mit geschlossenen Lippen erinnerte ihn nämlich an das seiner Gattin Josephine. Die lächelte auch immer so- allerdings ihrer schlechten Zähne wegen.
Was sich wohl hinter dem Lächeln von Nagel-Lisa verbirgt? Vielleicht ein paar Drahtstifte, die versehentlich in ihren Mund geraten sind. Der darf dann natürlich nicht geöffnet werden, denn eine nagelspuckend Mona Lisa würde sicher einiges von ihrem Zauber verlieren.